ludwig technique

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neural hacking – artifacts and rituals

Eine Versuchsreihe von ludwig technique

Abstract

Die Performancereihe neural hacking – artifacts and rituals ist der Versuch, durch praktische Erprobungen eine Ausdrucksform zu finden, die den künstlerischen Prozess an sich erfahrbar machen soll. Eine ritualisierte performative Grundform wird zu diesem Ziel in verschiedenen Ausformungen an unterschiedlichen Orten wiederholt, die (subjektiven) Ergebnisse und Erfahrungen fliessen wieder in die nächste Iteration ein. Oberstes methodisches Prinzip ist die Anerkennung der Wahrnehmung (und damit auch der Realität) als inherent subjektive Erfahrung.

Motivation

ludwig technique vertritt die Ansicht, dass Handlungen durch den künstlerischen Prozess zu Kunst werden. Der Prozess ist erkennbar durch die subjektive Wahrnehmung, die in der Handlung entsteht. Kunst wird nicht durch die Deklaration des Handelnden bestimmt, sondern durch die Manifestation der Handlung. Nach dieser Definition ist Kunst nicht beschränkt auf bestimmte Ausdrucksformen, jede Handlung kann Kunst werden (vgl. erweiterter Kunstbegriff von Joseph Beuys).

Die Kunstpraxis ludwig technique's macht deutlich, dass der künstlerische Prozess starke Gemeinsamkeit – wenn nicht sogar Identität – mit der Erfahrung bei rituellen Handlungen bzw. Meditation oder ähnlichen Praktiken, aber auch in der bewussten Ausführung jeglicher Tätigkeiten (vgl. "Flow") aufweist. Ziel der Versuchsanordnung ist, einen Ausdruck zu finden, der diesen Prozess bzw. die Erfahrung für die BetrachterInnen wahrnehmbar macht.

Grundform, Ablauf

Formeller Ausgangspunkt für die Performance ist eine Reduktion des rituellen Themas, welche eine Destillation bekannter, im weitesten Sinne "schamanischer" Traditionen entspricht. Die Reduktion bezieht sich dabei sowohl auf die physische, als auch die metaphysische Ebene. Dies manifestiert sich durch die Beschränkung auf Artefakte, die eine unmittelbare Rolle in der Ausübung des Rituals spielen, sowie der Verzicht auf jegliche theoretische (bzw. theologischer) Interpretation ausser des Erlebten.

Grundlage jeder Anordnung ist die Folgende: Der Künstler sitzt mit nacktem Oberkörper an einer geeigneten Stelle im Raum gegenüber den BetrachterInnen (TeilnehmerInnen). Die Stelle wurde bei der Sichtung des Raumes ausgewählt und ist entsprechend gekennzeichnet (mit einer geeigneten Sitzgelegenheit o.ä.). Während die BetrachterInnen platz nehmen, bereitet der Künstler seine Position und die Artefakte vor (Bereitung). Der Künstler nimmt die rituelle Haltung ein, und verweilt in dieser zur Einstimmung der BetrachterInnen auf den Beginn der Performance (Setting). Zu einem gewählten Moment wird eine Einleitung gesprochen, und der Beginn der Performance durch ein Klingelsignal angezeigt (Start). Daraufhin bereitet der Künstler die Stimulationsmaschine vor, und verändert mit ihrer Hilfe in seinen Bewusstseinszustand. Um die Übertragung des Zustands des Künstlers an die BetrachterInnen können seine Vitalzeichen (Herztöne, EEG) in unterschiedlicher Form (verzerrt, unverzerrt) akustisch und/oder optisch wiedergegeben werden. Eine Wiedergabe der Stimuli (ebenfalls optisch und/oder akustisch) ist möglich (Variation). Die Dauer der Bewusstseinsveränderung wird durch den Künstler im Vorhinein bestimmt. Die Stimulationsmaschine deaktiviert sich nach der vorgegebenen Zeit und der Künstler bedankt sich bei den Betrachtern. Zum Abschluss wird wieder ein Klingelsignal gegeben (Ende). Während die BetrachterInnen das Erlebte austauschen, stellt der Künstler den Zustand des Raumes vor der Performance wieder her (Revidierung).

Experimentelle Anordnungen, chronologisch

Bisher wurden mehrere Anordnungen im Rahmen der Versuchsreihe erprobt:

Zukünftige Anordnungen

Im Konzept der Versuchsreihe sind noch weitere Variationen der experimentellen Anordnung vorgesehen, deren Zeitpunkt der Erprobung noch nicht feststeht.