ludwig technique

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Präambel

HYPERSPACE:BODY/SPACE/FEEDBACK ist eine Performance-Reihe von ludwig technique mit Alexander Roshe und Christoph Fügenschuh, die ihren Anfangsmoment in der performativen Improvisation Experimentelle Anordnung am 16. August 2013 in Raitis bei Mutters hatte. Der folgende Text stammt aus der Projektbeschreibung für die abschliessende Performance im Rahmen der Premierentage 2013 am Landhausplatz in Innsbruck.

Abstract

Am Landhausplatz wird am 7.November 2013 eine mobile Galerie von Alexander Roshe (ungefähre Abmessungen 4x2x2,5 Meter) aufgebaut, in der eine Performance stattfindet. ludwig technique versetzt sich mit Hilfe einer optisch-akkustischen Stimulationsmaschine in einen trance-artigen Bewusstseinszustand. Über ein Herztonmikrofon werden die Klänge seines Körpers abgenommen, die als Grundlage für eine audio-visuelle Improvisation von Christoph Fügenschuh dienen.

Historie

Die Zusammenarbeit zwischen A. Roshe, Christoph Fügenschuh und ludwig technique geht auf die Ausstellung equal attention im November 2012 im Kooio zurück. A.Roshe hat die Räumlichkeiten des kooio zu seinem Frei- und Arbeitsraum erklärt, indem er für eine Woche seinen Lebensmittelpunkt an diesen Ort verlegte. In dieser Zeit vollzog der Raum eine Metamorphose von einem Raum für Kunst zu einem „Kunstraum“ bzw. Kunstwerk an sich. Der so geschaffene Raum diente als Basis für die performative Auseinandersetzung mit Arbeit, Kunst und Raum für Christoph Fügenschuh und ludwig technique. Im Dialog und durch die gemeinsame Kunstpraxis wurde eine sprachliche Grundlage für einen (selbst-)reflektiven Prozess geschaffen. In der Ausstellung Handlungsräume von A.Roshe im Areal der KG21GA – Verein zur förderung der Hinterhofkultur wurde die Kooperation vertieft, um in der Aktion Experimentelle Anordnung in Raitis bei Mutters zu münden. HYPERSPACE:BODY/SPACE/FEEDBACK ist die Weiterentwicklung dieser gemeinschaftlichen Praxis.

Theorie

FEEDBACK: Selbstreflexion und Rückkopplung

Die abstrahierte Reflexion seiner Handlung unterscheidet den Mensch vom belebten Raum (Natur). Der Raum, in dem eine Handlung eingebettet ist, beeinflusst dessen Wirkung. Manche Bewegungsrichtungen zeigen mehr Widerstand als Andere. In einem Raum, der selbst in Bewegung ist, führt auch die Unterlassung von Handlung zu einer Veränderung. Die bewusste Unterlassung ist also auch eine Handlung. Rückkopplungen bilden die Basis unserer Wahrnehmung. Der Mensch begreift die Welt durch das Setzen einer Handlung (Aktion) und der Beobachtung der Resultate (Reaktion). Jegliche Veränderung ist ein Ergebnis aus Rückkopplungen zwischen Aktion und Reaktion.

SPACE: Der (Handlungs-)Raum

Jeder Arbeit geht das Schaffen eines Raums voran, der die Möglichkeit bietet, nach den Vorstellungen des Arbeitenden zu handeln – die Arbeitsfläche, bzw. der Handlungsraum. Das Schaffen des geeigneten Handlungsraums ist ein Arbeitsschritt, der sowohl in der physischen Realität als auch im Geiste, also im mentalen Raum, durchgeführt wird. Grundvorraussetzung dafür ist das Bestehen einer Basis, auf der gearbeitet werden kann – der Freiraum. An den „Raumgrenzen“ zwischen dem vorgefundenen und geschaffenen Raum findet eine Interaktion statt, die Verhandlung des Raums.

BODY: Der Körper als Medium

Die Wahrnehmung der Welt wird bedingt durch die jeweilige Manifestation des Körpers und der daraus resultierenden Selbstwahrnehmung. Der menschliche Körper ist das grundlegendste Referenzsystem des Menschen. Die Zwiegestaltigkeit des Körpers als aktives und passives „Werkzeug“ wird durch seine Verwendung als zentraler Taktgeber und Projektionsfläche erfahrbar gemacht.

HYPERSPACE: Interaktion

Kunst wird als Interaktion zwischen Künstler, Werk und Betrachter verstanden. In der Performance werden diese Elemente gleichberechtigt zueinander in Beziehung gebracht. Durch die gegenseitigen Wechselwirkungen wird ein Setting geschaffen, welches die Wahrnehmung des künstlerischen Prozesses auf allen Ebenen erfahrbar macht.

Praxis

Objekt

Die mobile Galerie ist das vorläufige Ergebnis des Schaffens Alexander Roshes, welches sich mit dem Themenfeld Arbeit, Kunst und Raum auseinandersetzt. Ihre Form entspricht dem Innenraum der Ausstellungsfläche des kooio im Maßstab 1:2 (Aussenmaße 4x2x2,5 Meter). Das Objekt ist eine mit weißer Plane bespannte Holzkonstruktion. Durch die semitransparenz des Materials sind Projektionen auf die Innen- und Aussenflächen möglich. Die momentane Manifestation wurde im Zuge der Ausstellung Handlungsräume für das KG21GA geplant und gebaut. Das zugrundeliegende Konzept sieht eine Weiterentwicklung in Form und Material vor.

Performance

Der grundlegende Aufbau der Performance von ludwig technique wurde in der Versuchsreihe Neural Hacking: Artifacts and Rituals entwickelt. Zentrales Element dieser Anordnung ist die Verwendung einer Maschine zur neuronalen Stimulation, welche mittels optischer und akustischer Signale das Gehirn auf bestimmte Frequenzbereiche synchronisiert. Über ein adaptiertes Stethoskop werden die Herztöne des Künstlers hörbar gemacht. Ergebnis ist ein Biofeedback-System auf mehreren Ebenen, in dem Künstler und Betrachter in einer intimen Wechselwirkung zu einander stehen.

Improvisation

Christoph Fügenschuh beschreibt den Vorgang des bewussten Erinnerns und der Steuerbarkeit von Retrospektion. Die Rückbesinnung auf Geschehenes im Spannungsfeld von Aktivierung und Assimilation bietet dem Individuum die Wahl der positiven oder negativen Konnotation von Erlebtem. Die Herztöne ludwig technique's bilden die Grundlage für eine multimediale Installation, die eine Annäherung an den „inner space“, der subjektiven Realität des in Trance befindlichen Künstlers erlaubt.

Umsetzung

Im Rahmen der Premierentage 2013 soll am 7. November am Landhausplatz ein Objekt mit den ungefähren Abmessungen von 2x4x2,5 Metern aufgestellt werden.Die Aufführung findet ab 21:00 Uhr statt und dauert ca. eine Stunde (reine Performancezeit 45min). Das Objekt wird im Laufe des Tages aufgestellt und noch am Abend nach der Performance abgebaut werden. Der Performancekünstler befindet sich im Inneren des Objekts, welches mit Beamern von innen und außen beleuchtet wird. Mittels einer Lautsprecheranlage werden die generierten Töne auf den Platz vor dem Objekt übertragen.