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Projektkonzept: Sakralraum

Ein Diskurs über Haltung, Handlung und Raum

Zusammenfassung

Von Karfreitag bis Ostersonntag des Jahres 2015 wird der schwarze Raum des Freien Theater Innsbrucks zum sakralen Bau transformiert werden, der der seine Besucherinnen und Besucher zur Kontemplation einlädt.

Drei performative Inszenierungen an den Osterfeiertagen werden den Raum für einen praktischen Diskurs über die Möglichkeit und/oder Sinnhaftigkeit spiritueller Handlungen im Rahmen der Kunst nutzen.

Wie in Sakralbauten üblich ist der Sakralraum auch ausserhalb der rituellen (performativen) Nutzung für Besucherinnen und Besucher des Freien Theaters während der gesamten Dauer der Installation geöffnet.

Hintergrund

Das Projekt Sakralraum zeigt das vorläufige Ergebnis einer laufenden Auseinandersetzungen des KünstlerInnenkollektivs mit den Themen Arbeit, Kunst und Leben. Gedankliches Fundament und praktische Basis bilden ihre Erfahrungen im selbst-bewussten Sich-behaupten der Welt, welches tägliche Lebens- und Arbeitsrealität der Kunstarbeiter ist. Der Sakralraum ist die Erprobung der Idee, dass Raum, Haltung und Handlung als Gesamtheit Ausdruck allen Lebens sind.

Im Sakralraum treffen künstlerische und spirituelle Praxis als Raum und Handlung aufeinander. Die installative Raumgestaltung im black cube des Freien Theaters schafft einen Raum zur Selbst-Begegnung. Besucherinnen und Besucher des Freien Theaters sind dazu eingeladen, während der Öffnungszeiten im Raum zu verweilen, die Installation zu betrachten und mit ihr zu interagieren.

Die Idee zum Sakralraum wurde aus der Beobachtung geboren, dass eine große Übereinstimmung zwischen künstlerischem Schaffen und spiritueller Praxis besteht. Beide verlangen von den Handelnden viel Hingabe, sind mit häufig mit Entbehrungen verbunden. Dennoch werden sie subjektiv als zwingende Notwendigkeit wahrgenommen, auf welche nicht verzichtet werden kann. Um befriedigend praktiziert werden zu können ist eine Gemeinschaft von Nöten, die Handelnden praktizieren sie jedoch vor allem für sich selbst. Das vorliegende Projekt ist der Versuch, diese Parallelen im praktischen Diskurs zu erforschen und dafür einen erlebbaren Ausdruck („Kunst-Werk“) zu finden.

Umsetzung

Inhalt und Form der Darbietung werden in einer Vor/Bereitungszeit von Oktober 2014 bis März 2015 vom KünstlerInnenkollektiv gemeinsam erarbeitet. Das Kollektiv befindet sich in einem laufenden Austausch über den Themenkomplex „Kunst als spirituelle Praxis“. Im Rahmen dieser prozesshaften Auseinandersetzung sind gemeinsame Diskussionen, Erprobungen und auch Darbietungen im kleinen Kreis (Salonkunst) geplant. Im Zuge von diversen Vorgesprächen mit den Beteiligten wurden einige Grundannahmen getroffen, die im Weiteren erläutert werden. In den Gesprächen wurden insbesondere jedoch Fragen zu Umsetzung und Kontext aufgeworfen, deren Beantwortung im Rahmen des künstlerischen Prozesses versucht wird.

Raumgestaltung

Der Raum soll alle Sinne der in ihm befindlichen Menschen stimulieren. Zu diesem Zweck wird eine Anordnung von Objekten im Raum plaziert werden, welche Teil einer interaktiven Videoinstallation sind. Über die Tonanlage des Theaters wird eine ebenfalls interaktive Soundinstallation den Raum akustisch öffnen. Die interaktiven Elemente sollen eine Plattform bilden, welche die Handlungen im Raum unterstützt und hervorhebt. Die olfaktorische Stimulation über Duftstoffe (evt. Räucherwerk) ist angedacht. Den Betrachterinnen und Betrachtern der Installation soll es ermöglicht bzw. nahegelegt werden, sich haptisch mit allen im Raum befindlichen Gegenständen auseindander zu setzen.

Performance-Zyklus

Über die drei Ostertage wird ein performativer Zyklus im Raum stattfinden. Inhalt und Inszenierung dieser Performances werden in der Vor/Bereitungszeit von den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern im Kollektiv erarbeitet. An jedem Tag findet zu einer vorgegebenen Uhrzeit eine Aktion statt, welche sich mit einem Begriff/Thema auseinandersetzt. Diese sind in Anlehnung an den Osterritus Tod (Freitag) Transformation (Samstag) und Neubeginn (Sonntag). Zweck der Performances ist die Erprobung der durch den Raum erzeugten (erzeugbaren) Haltung.

Beteiligte Personen

Das Projekt Sakralraum wird von einer interdisziplinären KünstlerInnengruppe geplant und umgesetzt. Zum Zeitpunkt des Ansuchens besteht das Kollektiv aus den folgenden Personen, wobei die Beteiligung weiterer Künstlerinnen und Künstlern zur Unterstützung und Ausarbeitung des Projekts vorgesehen ist.

Alexander Roshe

Freischaffender Künstler, hauptsächlich in den Bereichen Malerei, Installation/Bildhauerei und Video aus Innsbruck/Mieders. Setzt sich in seiner künstlerischen Praxis intensiv mit dem Themenfeldern Arbeit/Kunst auseinander.

Christoph Fügenschuh

christophfuegenschuh.com · Multiinstrumentalist und Medienkünstler aus Innsbruck. In seinen Arbeiten versucht er, Kreativitäts- und Wahrnehmungsprozesse zu transformieren, darzustellen und dadurch begreifbar zu machen.

eekhoorn

eekhoorn.at · Multidisziplinäre Künstlerin in den Bereichen Grafik, Konzept, Installation und Video aus Innsbruck. Beschäftigt sich interdisziplinär und konzepthaft mit dem Zusammenwirken von Natur und Technik.

Frau Syl

Schriftstellerin und interdisziplinäre Künstlerin zwischen Performance, Malerei und Inszenierung aus Raitis/Innsbruck. Ihre Kunst ist Ausdruck und Verarbeitung des Mensch-Seins, Selbst- und Weltwahrnehmung.

Stefan Payr

denkbar216.blogspot.co.at · Philosoph aus Innsbruck. Hauptgebiet seiner philosophischen Auseinandersetzungen sind Selbst-Erkenntnis und Wahrnehmung, Religion/Spiritualität und künstlerische Prozesse sowie deren Praxis.

ludwig technique

ludwig.arg-art.org · Medienagnostischer Installations-, Konzept- und Performancekünstler aus Rum/Innsbruck. Seine Arbeiten sind der Versuch eine Form der un-mittelbaren Kommunikation von Begriffen und Konzepten.